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Kritische Kalendersprüche des Monats ___.

"Sexualität, um deretwillen angeblich doch das Getriebe sich erhält, ist zu dem Wahn geworden, der früher in der Versagung bestand. Indem die Einrichtung des Lebens der ihrer selbst bewußten Lust keine Zeit mehr läßt und sie durch physiologische Verrichtungen ersetzt, wird das enthemmte Geschlecht selber desexualisiert. Eigentlich wollen sie schon gar nicht mehr den Rausch, sondern bloß noch den Entgelt, der auf der Leistung steht, die sie als überflüssig am liebsten einsparen möchten."
Theodor W. Adorno, Minima Moralia, Ne cherchez plus mon coeur.
disregardinghenry:
“Werner Herzog drinks cough syrup from a shoe. Harmony Korine’s Julien Donkey-Boy. 1999.
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Werner Herzog drinks cough syrup from a shoe. Harmony Korine’s Julien Donkey-Boy. 1999.

Sophinette Becker – Geschlechterrollen, -identitäten und der kulturelle Wandel der Sexualität
Sophinette Becker – Geschlechterrollen, -identitäten und der kulturelle Wandel der Sexualität
Podcast: Martin Dannecker, Sexualwissenschaftler | Zeitgenossen | SWR2
Podcast: Martin Dannecker, Sexualwissenschaftler | Zeitgenossen | SWR2
dentrolastanzadelleco:
“ Gustav Klimt - Zwei auf dem Rücken liegende Akte
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Gustav Klimt - Zwei auf dem Rücken liegende Akte

"Erster und einziger Grundsatz der Sexualethik: der Ankläger hat immer unrecht."

Theodor W. Adorno, Minima Moralia

"Alle Sexualmoral zeichnet sich durch einen asketischen Zug aus. Noch da, wo sie sich dem Genuß vorgeblich freundlich zuneigt, wird die einschränkende Bemerkung nicht fehlen, man wolle keineswegs einem schrankenlosen Hedonismus das Wort reden. Gewiß, Askese kann nichts anderes hervorbringen als Asketisches, auch wenn sie mit der Lust poussiert. Aufhören sollte man dann aber, ihren Einflüsterungen zu glauben. Ihre Behauptung, hemmungsloser Genuß führe allemal in Hemmungslosigkeit, ist asketischer Wahn. Hemmungsloser Genuß führt zum Genuß, nicht weiter, und gehemmter Genuß ist keiner."
Martin Dannecker, Leidenschaft hat keinen sittlichen Ort - Zu Sexualität und Moral, Sexualität Konkret Bd. 2 (1984)
"Diese ganze Landschaft aber, aneinandergereiht wie eine logische Satzkette, ist eine einzige Beweisführung dafür, dass es Natur so nicht gibt, nicht mit uns Menschen. Die Natur ist und war immer unser Feind. Nur weil wir Maschinen haben, die uns die Fluten, die Dürre, die wilden Tiere vom Leib halten, sind wir alle erst möglich. Da gibt es keinen Zwischenweg. Entweder die schwachsinnige Natur, die keine Vernunft kennt, oder wir, die Menschen. Da wird kein Frieden zu machen sein."
Tilman Walther, Gewaltaffine Milieus (2017)
Unbewusst – Die Lust am freien Sprechen: ‚Psychoanalyse als Kulturkritik‘
Unbewusst – Die Lust am freien Sprechen: ‚Psychoanalyse als Kulturkritik‘

“Der Mensch war von Natur aus ein ziemlich zähes und aggressives Biest. Er musste es sein, sonst wäre er vor 40000 Jahren jämmerlich und leise weinend eingegangen. Er funktioniert am besten unter Bedingungen, die seine Existenz bedrohen. Dann werden Adrenalin und andere Hormone ausgeschüttet, die einen physischen und mentalen Leistungsschub bewirken. Der Kapitalismus hat es nun geschafft, die permanente Existenzbedrohung in die Zivilisation hinüberzuretten. Von Theodor Adorno stammt der kluge Gedanke, das, was millionenschwere Topmanager antreibe, sei in letzter Instanz die atavistische Angst vorm Verhungern.


Wollen wir das? Immer mit der latenten Angst vorm Verhungern leben, einer Angst, die in Krisenzeiten ganz real wird und ungeahnte Leistungsreserven mobilisiert? Ich will es nicht. Ich sehe nur keine Möglichkeit mehr, diesen Zustand zu ändern. Ich kann zwar zwischen 50 Sorten Waschmitteln wählen, aber beim Produktionsverhältnis habe ich leider keine Wahl. Und die Geschichte ist kein Theaterstück, das man bei Nichtgefallen absetzen und dann ein neues auf die Bühne bringen kann.”

Wolfgang Pohrt

these-exultations:
“René Magritte. Hegel’s Holiday. 1958. Oil on canvas. 61 x 50 cm. Private collection.
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René Magritte. Hegel’s Holiday. 1958. Oil on canvas. 61 x 50 cm. Private collection.

“Denn in der Tat hat Deutschland den Pazifismus diskreditiert und ad absurdum geführt, indem es praktisch vorgeführt und damit empirisch bewiesen hat, dass es Schlimmeres geben kann als den Krieg; dass Schrecken möglich sind, von denen nur eine starke Armee befreit. Deutschland selbst unter den Nazis war dieser Schrecken, gegen den es kein Mittel als Bomberflotten und Panzerverbände gab. Die Armee als wirklichen Befreier und den Krieg als wahren Sachwalter und Vollstrecker der Menschlichkeit in die Weltgeschichte eingeführt zu haben ist das verhängnisvolle Verdienst dieses Landes.”

Wolfgang Port, 1984

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Wolfgang Port ist heute im Alter von 73 Jahren gestorben.

Kreatürlich, by Farson
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Werbung in eigener Sache.

"Aber nicht nur die Psychoanalyse ist stets mit gesellschaftlichen Problemen konfrontiert, auch die Gesellschaft sollte ihre Probleme mit der Psychoanalyse konfrontieren: Warum es Antisemitismus gibt, wie der Faschismus die Massen dazu bewegt, nicht nur ihre Unterdrückung, sondern auch ihren Untergang zu begehren, warum sie – die Massen – heute Parteien wählen, deren Politik ihren Interessen diametral entgegengesetzt ist, und warum wir uns umso mehr ausbeuten lassen, je mehr wir mit unserer Arbeit identifiziert sind – diese und andere gesellschaftliche Rätsel, lassen sich ohne Psychoanalyse nicht lösen.
Dem Prozeß der Psychoanalyse als solchem ist es um Gesellschaft zu tun. Nicht nur um die gesellschaftliche Dimension des Unbewußten, sondern auch um die unbewußte Dimension der Gesellschaft, ohne deren Berücksichtigung gesellschaftliche Emanzipation zum Scheitern verurteilt ist – oder in Katastrophen mündet. So geschehen im zwanzigsten Jahrhundert.
Die Psychoanalyse von der wir reden, ist nicht die real existierende. Die Rede ist von einer Psychoanalyse, die sich nicht bloß auf ihre kulturkritische Tradition – als auf einen von der Klinik getrennten Teilaspekt – besinnt, sondern dem Analysanden und seinem Unbewußten in der analytischen Behandlung nicht therapeutisch begegnet – sondern kulturkritisch."
Sama Maani, Respektverweigerung